In den Vereinslokalen der Boßler hängen seit über einem Jahrhundert unter dem Deckengebälk der Gaststuben viele Boßelkugeln in Gold an einem Rahmen aufgehängt, als Siegestrophäen dieser Vereine und gleichzeitig als Aushängeschild für ein Brauchtum in unserer Heimat.

Erklärung:
Das volkstümliche Boßelspiel ist seit Jahrhunderten in den Marschen beheimatet und wird hier im Kreis Nordfriesland - Dithmarschen und Steinburg besonders gepflegt. Darüber hinaus ist es durch seine Erhaltung und Fortpflanzung zu einem Bestandteil unseres heimatlichen Kulturgutes geworden.
Die älteste verbriefte Boßelurkunde stammt aus dem Jahre 1585, als Herzog Adolph von Gotorf der Husumer Kegel und Boßeljugend das Üben im Husumer Schloßpark erlaubte.
Die Begeisterung ist nach wie vor sehr groß und hat dazu geführt, dass nicht nur regionale Wettkämpfe, sondern auch Ländervergleichskämpfe mit Ostfriesen, Irländern, Holländern und Italien stattfinden.
Durch die Aktivität einiger Boßler konnte 1999 erstmals das Boßeln in Davenport/USA gezeigt und eingeführt werden, so dass dort ein Boßelverein gegründet wurde und dieser Verein versucht mit einer unheimlichen Begeisterung dies Brauchtum auch dort zu verbreiten.

Für unsere Sportart gelten die im Land Schleswig-Holstein die in einer Satzung zusammen gefassten Ausführungen und Bestimmungen des Verbandes der Schleswig-Holsteinischen Boßler e.V. wie folgt:
Für das Boßeln gilt nur die diskusähnliche Wurfart mit Drehung, beliebigem Ankauf und der vorgeschriebenen Boßelkugel. Die Boßelkugel wird aus Apfelpockholz oder aus Teakholz gedreht. Männerkugeln über 18 Jahre haben einen Durchmesser von 57 - 59 mm und ein Gewicht von 495 - 505 Gramm. Die Jugenkugel von 10 - 18 Jahre hat ein Gewicht von 375 Gramm. Kinder bis 10 Jahre 250 Gramm. Der Gewichtsausgleich entsteht durch Bohrkanäle, die mit Blei ausgefüllt werden. Es gibt das Stand- und Leistungsboßeln, wobei die Einzelsieger sowie Gruppen mit Ehrenpreisen, Urkunden und Plaketten geehrt werden. Der Rekord liegt bis jetzt bei 104 Meter. Die Feldkämpfe, werden zwischen zwei Mannschaften gleicher Mannschaftsstärke ausgetragen. Ein verlorener Kampf verpflichtet zur Übergabe der gewonnenen Boßelkugel an die Siegermannschaft. Verliert eine Mannschaft drei Kämpfe in Folge, muss diese eine goldene Boßelkugel überreichen. Diese wird dann als Trophäe im Vereinslokal sichtbar aufgehängt. Die Anzahl der goldenen Boßelkugeln zeigt auch die Stärke dieses Vereins über Jahre hinaus

Go to top