Die Vorgeschichte unserer engeren Heimat, der ehemaligen Lundenbergharde können wir bis um 1100 zurückverfolgen. Ein Sandstrandwall mit angrenzenden Marschen westlich von Husum verband Witzwort über Lundenberg mit Ham u. Lieth auf (Nord-) Strand. „Die Einwohner sind von Natur aus wild, körperlich gewandt, wollen von einer einengenden Rüstung nichts wissen, tragen nur kleine Schilde und kämpfen mit Wurfwaffen (Boßeln). Die Äcker umgeben sie mit Gräben. Sie springen mit kleinen Stangen (Klotstöcken). Ihre Häuser bauen sie auf künstlichen Erhöhungen (Warften); dass sie von den Friesen herstammen bezeugt der gleiche Name und die Sprache „; schrieb der damalige Geschichtslehrer Saxo Grammatikus 1140 – 1208.

Die folgende Entwicklung der Harde mit ihren 3 Orten Lundenberg, Simonsberg und Padelack ist geprägt vom Kampf der Menschen gegen die Sturmfluten, von großen Landverlusten und arbeitsaufwendigen Deichbauten. Bereits 1338 wurde die Lundenbergharde durch eine Sturmflut von Nordstrand getrennt. In der Mandränke 1362 ging der blühende Handelsort Rungholt unter; die Hever bekam im Norden Verbindung mit der Husumer Au. Dadurch wurde es überhaupt erst möglich, dass das spätere Husum zur Hafenstadt wurde.
Im Süden trennte das sich ausweitende Flußbett der Nordereider die Harde von Eiderstedt. Im Osten gerieten die Moore der heutigen Südermarsch in den Bereich der Gezeiten. Die Lundenbergharde wurde zur Insel. Erst 1468, durch die Bedeichung der Südermarsch, wurde die Harde wieder mit dem Festland verbunden. Nun folgten in den nächsten 100 Jahren mehrere Koogseindeichungen, die zuerst die Südermarsch und später dann die Lundenbergharde durch den Obbenskoog 1565 und den Adolfskoog 1579 mit Eiderstedt verbanden. Die 2. große Mandränke 1634, die die Inseln Strand zerriss, hat zwar der Lundenbergharde auch große Schäden zugefügt, jedoch erst die schweren Sturmfluten 1717/18 ließen die gesamte Harde mit den Ortschaften Lundenberg, Simonsberg und Padelack ein Opfer entfesselter Naturgewalten werden. 1500 ha Land gingen verloren. Die überlebenden retteten sich hinter den Süddeich der Harde (der heutigen Dorfstraße), bauten ihre „Tälte“ (Häuser) aus Soden, Treibholz und Schilf und nützten 143 Jahre lang Gebiete der ehemaligen Lundenbergharde als Vorland zum Gräsen. 1860 kauften die Einwohner das Land vom dänischen König zur Wiedereindeichung. So konnte 1861 der neue Simonsberger- Koog unter großen finanziellen Opfern und Risiken eingedeicht werden.

Im Rahmen eines Landgewinnungsprogrammes konnte 1934/35 der Finkhaushalligkoog eingedeicht werden, der aus dem Vorland der Finkhaus-Hallig und der Padelack-Hallig mit dem entsprechenden Wattländereien bestand. Die wohl letzte Wiedereindeichung in unserer Gemeinde fand nach einer großen Flut 1962 im Rahmen der Deichverkürzung in den Jahren 1965-67 statt. Ein Koog mit 30 ha Speicherbecken und 170 ha Aufstockungsflächen wurde eingedeicht.

Sicher werden Sie, liebe Leser, keinen Ort an der Westküste mit einer so bewegten Geschichte finden. Der Ort Simonsberg ist mit seiner Kirche durch Sturmfluten drei Mal zerstört und Landeinwärts wieder aufgebaut worden. Die vorletzte Kirche war 110 Jahre lang, draußen im Watt auf einer Warft gelegen, von den Einwohnern zu Ebbzeiten zum Gottesdienst besucht. Einmalig wird wohl auch sein, dass ein Deich (heutige Dorfstraße) die Fluten der Nordsee an der Südseite bis 1579 und später an der Nordseite von 1717 – 1860 abwehrte.

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